9. Oktober 2026
Strukturkommission Pflege: Nicht ohne die Pflege!

Im Streit um die Besetzung der Strukturkommission Pflege fordert das Pflegebündnis Mittelbaden e.V. eine feste Beteiligung der Profession Pflege. Entscheidungen über die Zukunft der Versorgung brauchen das Wissen derer, die sie täglich sichern.
Während die Bundesregierung noch über die Besetzung der geplanten Strukturkommission Pflege ringt, macht das Pflegebündnis Mittelbaden e.V. unmissverständlich klar: Eine Kommission, die über die Zukunft der Pflegeversicherung berät, braucht die Profession Pflege am Tisch. Und zwar mit Expertinnen und Experten, die täglich in der Versorgung Verantwortung tragen.
„Wer über Strukturen in der Pflege entscheidet, muss wissen, wie Pflege funktioniert. Das Wissen steckt in den Einrichtungen, auf den Stationen und in der ambulanten Versorgung – nicht allein in Ministerien, Kassen und Fachausschüssen“, erklärt Peter Koch, Vorsitzender des Pflegebündnisses Mittelbaden e.V. „Die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen darf bei diesen Weichenstellungen nicht nur am Rand zuschauen müssen!“
Die Zeit drängt, denn schon der aktuelle Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes verändert Strukturen und schafft damit Tatsachen. Was jetzt festgeschrieben wird, löst langfristige und nachhaltige Veränderungen aus, die sich später kaum noch korrigieren lassen. Eine Kommission, die erst danach und ohne Pflegeexpertise berät, kommt zu spät und läuft Gefahr, bereits gesetzte Weichen nur noch nachzuvollziehen.
Das Streiten um Zuständigkeiten und Proporz darf nicht auf dem Rücken der Pflege ausgetragen werden. Die Kommission muss zeigen, dass sie aus der Praxis für die Praxis arbeitet.
Das Pflegebündnis Mittelbaden fordert deshalb:
- Feste Einbindung der Profession Pflege, nicht nur Anhörungsrechte.
- Mitglieder aus der Praxis: Pflegefachpersonen und Pflegemanagement aus Krankenhaus, stationärer und ambulanter Langzeitpflege.
- Eine zügige Entscheidung im Kabinett, damit die Kommission ohne weitere Verzögerung arbeiten kann.
„Pflege ist mehr als eine Kostenstelle, sie ist das Rückgrat der Versorgung“, so Koch. „Wer sie bei der Strukturreform außen vor lässt, riskiert Reformen, die an der Realität vorbeigehen.“



