30. September 2026
Pflegebündnis warnt vor neuer Standortdebatte

Angesichts der anhaltenden Diskussionen um die Zukunft der Krankenhauslandschaft in der Region richtet das Pflegebündnis Mittelbaden e.V. einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit und die Politik: Wer jetzt erneut die Standortfrage aufmacht oder gegen den Bau des Zentralklinikums agitiert, blendet die Realität aus. Zum Konzept eines modernen Zentralklinikums gibt es keine tragfähige Alternative.
„Die jahrelange Standortdebatte hat enorme Kräfte gebunden und die Lage am Klinikum Mittelbaden weiter verschärft. Wer jetzt immer noch fordert, den Status Quo mit den zwei Standorten zu erhalten, ignoriert den Ernst der Lage“, warnt Peter Koch, Vorsitzender des Pflegebündnisses Mittelbaden. Das sei auf Dauer wirtschaftlich wie personell nicht tragbar ist. „Diejenigen, die hoffen das Klinikum in Baden-Baden zu erhalten, riskieren, dass sie am Ende ganz ohne Krankenhausversorgung dastehen“, so Koch.
Das Pflegebündnis Mittelbaden mahnt eindringlich, die Folgen einer anhaltenden Blockade nicht zu unterschätzen. „Scheitert der notwendige Strukturwandel hin zum Zentralklinikum, droht der finanzielle und organisatorische Kollaps. Im schlimmsten Fall steuert das Klinikum ungebremst auf die Katastrophe zu“, so Koch. Leidtragende wären ausnahmslos die Bürgerinnen und Bürger Mittelbadens, die ihre verlässliche Notfall- und Krankenhausversorgung verlieren würden. „Das Zentralklinikum muss jetzt gebaut werden. Eine weitere Blockade würde am Ende allen Menschen in Mittelbaden schaden. “
Auch für die Beschäftigten hätte ein Scheitern gravierende Folgen. Zwar stehen aktuell rund 200 Arbeitsplätze auf der Kippe, doch ein unkontrollierter Kollaps würde weit mehr Existenzen gefährden. „Hinter jeder Stelle stehen Kolleginnen und Kollegen, die über Jahre die Versorgung in Mittelbaden gesichert haben. Angesichts des akuten Fachkräftemangels können wir es uns als Gesellschaft nicht leisten, diese wertvolle Expertise durch endlose Grundsatzdebatten zu verspielen“, betont der Pflegemanager.
Zusätzlich erschweren die pauschalen Sparvorgaben der Bundespolitik die lage. Das GKV-Spargesetz setzt mit geplanten Abschlägen auf Vergütungssteigerungen in den Jahren 2027 bis 2029 falsche Anreize. „Umso wichtiger ist es, regional zusammenzuhalten und den beschlossenen Weg zum Zentralklinikum konsequent zu verfolgen, statt bereits erzielte Fortschritte zu entwerten“, fordert Koch. „Die Region muss sich entscheiden: Wollen wir eine moderne, zukunftsfähige und professionelle Versorgung – oder verharren wir in endlosen Debatten, bis der Kollaps eintritt?“



