5. März 2026
Landtagswahl Baden-Württemberg: Pflege fordert endlich echte Selbstverwaltung

Drei Tage vor der entscheidenden Wahl am 8. März stellt der Landespflegerat Baden-Württemberg eine unmissverständliche Forderung an die künftige Landesregierung: Die Pflege braucht eine eigenständige strukturelle Verankerung, ein verbindliches Berufsregister und hoheitliche Aufgaben.
Während Ärzte, Apotheker und Zahnärzte längst über eine starke Selbstverwaltung verfügen, fehlt der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen – der Pflege – nach wie vor die gesetzliche Grundlage für eine eigenständige Organisation. Ein struktureller Fehler, der die Patientenversorgung gefährdet.
Ein bundesweites Signal für die Pflegeprofession
Die Forderungen aus Baden-Württemberg stehen im Einklang mit der aktuellen Position des Deutschen Pflegerats (März 2026) und des Pflegebündnisses Mittelbaden. Alle 15 Landespflegeräte ziehen an einem Strang: Professionalität braucht Autonomie.
Die Kernforderungen an die neue Landesregierung:
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Eigenständige Selbstverwaltungsstruktur: Einrichtung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben.
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Verbindliches Berufsregister: Einführung eines Registers für Pflegefachpersonen in BW für mehr Transparenz, Qualitätssicherung und eine gezielte Steuerung.
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Strukturelle Förderung: Langfristiger Schutz und finanzielle Förderung der Arbeit des Landespflegerats.
Warum jetzt gehandelt werden muss
Ohne eigene Strukturen werden Entscheidungen weiterhin über die Köpfe der Pflegenden hinweg getroffen. Anne-Katrin Gerhardts, stellvertretende Vorsitzende des Landespflegerates BaWü, betont: „Wir erleben täglich die Folgen: Politisch steuerbare Weiterbildungen und Lücken in der Qualitätssicherung. Baden-Württemberg muss hier endlich ein Zeichen setzen.“
Versorgungssicherheit und Pflegequalität gibt es nicht zum Nulltarif. Die Landtagswahl am 8. März ist die Gelegenheit, die Weichen für eine zukunftsfähige Pflegepolitik zu stellen.



