Es gab das Jahr der Pflege, eine Pflegereform nach der anderen wurde auf den Weg gebracht. Doch leider wurde nur sehr wenig umgesetzt. Was aber in den letzten Jahren deutlich zunahm, waren Bürokratismus, zunehmende Anforderungen und Verantwortlichkeiten für unsere Pflegekräfte. Gleichzeitig musste man feststellen, dass die Pflege und der Pflegeberuf nicht ausreichend anerkannt und gefördert wurden.
 
Die Folgen sind rückläufige Bewerberzahlen bei der Ausbildung, ein Rückgang der Fachkraftzahlen und eine deutliche Reduzierung der Verweildauer von Pflegekräften in ihrem Beruf. Und dies, obwohl der Pflegeberuf als einer der zukunftsträchtigsten insgesamt in Deutschland gilt.
 
Die Politik reagierte mit Imagekampagnen, die bis auf wenige Broschüren und Internetauftritten wenig erfolgreich waren.
 
Für uns in Mittelbaden ist dies aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil:
 
Stationäre und ambulante Träger, die Altenpflegeschulen in der Region, aber auch die Pflegestützpunkte und weitere Institutionen haben sich zunächst an einen „Runden Tisch Pflege“ gesetzt, um durch konkrete Projekte auf die Pflege und den Pflegeberuf aufmerksam zu machen. Daraus ist inzwischen ein eingetragener Verein „Pflegebündnis Mittelbaden e.V.“ mit 40 Mitgliedern entstanden. Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Fortbildung, aber auch mit den Rahmenbedingungen in der Pflege.
 
Die Aktivitäten sind inzwischen schon über Mittelbaden hinaus bekannt. Die Technologieregion Karlsruhe, die in Bezug auf die Fachkräfteentwicklung die gleichen Rahmenbedingungen haben, hat uns zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Wir gelten dort als „Best Practice Beispiel“. Aber auch das Land Baden-Württemberg, das für die Pflege ein Welcomecenter für ausländische Pflegekräfte einrichten möchte, hat uns schon zu Diskussionsrunden eingeladen.
 
Wir werden weiter aktiv bleiben, uns einmischen und auch an konkreten Projekten zur Attraktivierung des Pflegeberufes arbeiten.
 
Deshalb haben wir uns über die Grenzen unserer Betriebe zusammengefunden und arbeiten zusammen.
 
„Ohne uns geht nichts in Mittelbaden“

 

 

 

 

Auszug Satzung:

Für den mittelbadischen Raum haben sich Pflegeeinrichtungen ambulanter, teilstationärer  und stationärer Art zusammengefunden, um das Ansehen der Pflege generell und des Altenpflegeberufes speziell zu fördern. Aufgrund dieses räumlichen Zusammenschlusses wurde auch die Region "Mittelbaden" in den Namen des künftigen Vereins aufgenommen.

Neben diesen Pflegeeinrichtungen sind auch öffentliche Organisationen und Behörden, wie z.B. die Arbeitsagentur  und die Altenpflegeschulen, an dem Pflegebündnis  beteiligt. Das Pflegebündnis  steht allen Organisationen offen, die sich dem Vereinszweck  verbunden  fühlen.

Das Pflegebündnis   Mittelbaden  ist bestrebt eine breite gesellschaftliche und öffentliche Basis für die Förderung  seines Vereinszweckes  zu erreichen.

Besonders alle Pflegeanbieter  in Mittelbaden (Krankenhäuser, Ambulante Pflegedienste,  Sozialdienste,  Altenpflegeeinrichtungen teilstationärer  und stationärer Art) sind herzlich eingeladen,  sich dem Pflegebündnis Mittelbaden  anzuschließen, um so auch im Bedarfsfall Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen und die Bevölkerung über die Auswirkungen  von politischen Entscheidungen zu informieren.

Ziel ist es aber auch, die Ausbildung in der Pflege, für den gesamten  mittelbadischen Raum zu fördern und junge Menschen für den interessanten  Beruf in der Pflege zu gewinnen. Es geht aber auch darum, für Menschen im fortgeschrittenen Alter im Rahmen von Umschulungen, Weiterqualifizierungen und auch Wiedereinstieg Berufsangebote zu unterbreiten.

§ 2 Zweck des Vereins

Zweck des Vereins ist die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege sowie mildtätiger Zwecke durch die Beschaffung von Mitteln durch Beiträge, Spenden und deren Weiterleitung  an Körperschaften,  welche diese Mittel unmittelbar  für diesen steuerbegünstigten Zweck verwenden.

Ziel des Vereins ist ferner die Förderung, Organisation  und Umsetzung  einer
humanen,  vernetzten Pflege, insbesondere  soll eine bewußte Wahrnehmung der Belange pflegebedürftiger Personen und deren Angehöriger  in der Gesellschaft bewirkt werden.

Dies wollen wir insbesondere  erreichen durch:
a) eine gute Kommunikation und eine gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit
b) eine Verbesserung  des Images der Pflege
c) eine Verbesserung  der Arbeitsbedingungen in der Pflege
d) die Gewinnung und Förderung von Neueinsteigern und Wiedereinsteigern in das Berufsfeld der Pflege
e) die Qualifizierung  des Personals über Aus-, Fort- und  Weiterbildungs­maßnahmen
f)  die Weiterentwicklung unserer Pflegekonzepte  und Organisationsstrukturen
g) die Bildung von bereichsübergreifenden Arbeitskreisen

Download PDF der vollständigen Satzung