Das Pflegebündnis Mittelbaden e.V. ist auch Kompetenzzentrum für Themen rund um die Pflege. Hier finden Sie zukünftig wertvolle Informationen und Links:

 

Unser erstes Thema widmet sich der „Palliativkultur in stationären Pflegeeinrichtungen (PakusPe)“ in Mittelbaden 

Ein zunehmender Teil der sterbenden Menschen in Deutschland wird in Pflegeeinrichtungen versorgt, womit diese Einrichtungen mit der allgemeinen Palliativversorgung zunehmend konfrontiert werden und die Belastung der Pflegekräfte steigt.

Zum Gelingen einer palliativen Versorgung in Pflegeeinrichtungen gehört mitunter ein ganzes  professionelles Netzwerk. Akteure dieses Netzwerkes sind u.a. Angehörige, Pflegekräfte, Hausärzte, der ambulante Hospizdienst und Dienste der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.  

 

Ziel des Projekts

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist zum einen die Unterstützung des Pflegepersonals in Pflegeeinrichtungen in der palliativen  Betreuung und Versorgung hochbetagter, schwerstkranker und sterbender Menschen und deren Angehöriger. 

 

Entwicklungsprojekt 2014-2016

Im Rahmen des Förderprogramms „Palliative Praxis – Projekte für alte Menschen“ der Robert-Bosch-Stiftung hat sich eine Projektgruppe über zwei Jahre intensiv mit Palliativkultur im Pflegeheim beschäftigt. Gestalter und Teilnehmer der Projektgruppe sind 

  • eine Gruppe des Palliativ-Team Mittelbaden e.V. (PaTe), 
  • Wissenschaftler mit Expertise in Projekten in der Palliativversorgung (Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Heidelberg),
  • Heim-, Pflegedienstleiter und Palliativfachpflegekräfte (PE-Teams) aus fünf Pflegeeinrichtungen,
  • Hausärzte mit der palliativer Zusatzbezeichnung und
  • Mitarbeiter der Hospizdienste Rastatt und Baden-Baden

Die Ziele des Projektes waren die Identifikation von Barrieren und des Bedarfes aus Perspektive der Pflegekräfte, die Entwicklung eines Multiplikatorenansatzes zur verbesserten Versorgung von Heimbewohnern durch Vernetzung und edukative Elemente (Fortbildung) und die heimindividuelle Umsetzung selbst festgelegter Ziele. Von der Gruppe wurden folgende Schwerpunktthemen priorisiert und bearbeitet: 

  • „Interprofessionelle Kooperation“, insbesondere die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Hausärzten
  • Einsatz einer Palliative-Care-Fachkraft
  • Palliativ-Kompetenzen des Pflegepersonals

 

Lösungsansätze

Daraus wurden Lösungsansätze erarbeitet, wie das Pflegepersonal für palliative Situationen sensibilisiert und alltagstauglich dauerhaft unterstützt werden kann. Hierzu gehörten u.a.

  • die Entwicklung und Erprobung eines Palliativen Behandlungs- und Notfallplans (PaKusPE-Bogen),
  • die Entwicklung von Fallbesprechungsmasken,
  • die Erhebung des Weiter-und Fortbildungsbedarfs und 
  • die Erprobung organisationsbezogener Umstellungen im Heim.

Hierbei zeigte sich, dass die einzelnen Heime eigene, z.T. unterschiedliche Vorgehensweisen wählten, was zum Beispiel den Einsatz der hauseigenen palliativen Fachpflegekraft angeht. Insgesamt haben alle Teilnehmer aus ihrer Perspektive erhebliche Fortschritte gemacht, sowohl in der Etablierung von Zuständigkeiten, Abläufen und Maßnahmen des hausinternen Kompetenzerwerbs.

 

Fortsetzung des Projektes 

Der Projektantrag des PaKusPE-Projektes sieht von Anfang an vor, eine Breitenimplementierung im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden zu erhalten. Hierzu sollen zunächst der Projektbericht und entwickelte Werkzeuge Altenpflegeeinrichtungen zugänglich gemacht werden (s. Mitgliederbereich Pflegebündnis Mittelbaden). 

Für eine erfolgreiche Umsetzung optimaler Palliativkultur reicht eine Darreichung eines Projektberichts und der Werkzeuge allerdings nicht aus. 

 

Wechselseitige Hospitationen

Durch die finanzielle Unterstützung der Volksbank Stiftung für Kunst, Kultur, Sport, Umwelt und Soziales wird den 29 verbleibenden Heimen die Möglichkeit eines wechselseitigen Besuchs gegeben, sodass ein strukturierter Erfahrungsaustausch mit den Projektteilnehmern der 5 „PaKusPE-Heime“ ermöglicht wird.

 

Deckung des identifizierten Fortbildungsbedarfs

Die Erhebung des Fortbildungsbedarfs in den fünf Heimen zeigte, dass bei Pflegefachkräften ein erheblicher Fortbildungsbedarf besteht. Die vier wichtigsten Bereiche betrafen Wissen und Fertigkeiten zu den Themen

a. Identifikation der palliativen Situation bei Patienten

b. Nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Palliativpflege und Symptomkontrolle

c. Medikamentöse Maßnahmen zur Symptomkontrolle

d. Umgang mit Angehörigen in der palliativen Phase  bis zum Tod und darüber hinaus.   

Interessierte Pflegeeinrichtungen können sich ab sofort für den internen Mitgliederbereich anmelden. Hier werden der Projektbericht und alle Materialien zur Verfügung gestellt.

 

Am 22.6.2016 wird die erste Fortbildungsveranstaltung stattfinden, wozu die Heim- und Pflegedienstleiter und Pflegefachkräfte gesondert eingeladen werden.